Medizinstudium online: ein revolutionärer Weg

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Medizinstudium online: ein revolutionärer Weg

 

 

Das Ausbildungssystem für Medizinerinnen und Mediziner braucht Veränderung. Seit dem letzten Jahrhundert ist der Umfang an medizinischem Wissen gestiegen, die Komplexität des Gesundheitswesens hat sich drastisch erweitert, pädagogische Methoden wurden weiterentwickelt und  unvorhersehbare Möglichkeiten für die technische Unterstützung von Studierenden sind notwendig und verfügbar. Trotzdem werden Studierende mehr oder minder in der gleichen Art unterrichtet wie vor über einem Jahrhundert.
Das Zeitalter des Online-Medizinstudiums steht nicht mehr nur bevor – es hat schon begonnen! Und es ist allen zugänglich. Verschiedene medizinische Experten sind überzeugt, dass Medizinstudiengänge online die Zukunft der medizinischen Ausbildung bedeuten. Der Unterschied besteht vor allem in der Möglichkeit, dass Lehrende sich tatsächlich auf das Lehren konzentrieren können und nicht mehr nur frontal unterrichten.

Online-Medizinschulen arbeiten mit dem Modell eines „umgedrehten Klassenzimmers“: Studierende haben Zugang zu den digitalen Kursinhalten von Zuhause – und können die gewonnene Zeit nutzen, um sich auf die Anwendung des Wissens zu konzentrieren. Dies beinhaltet problem- und teamorientierte Simulationsübungen – Strategien, die Vorkenntnisse aktivieren sollen.

In einem Online-Medizinstudium werden Studierende teilweise oder komplett über das Internet für Tätigkeiten im Gesundheitswesen ausgebildet. Diese Definition schließt Lernformen, bei denen nur über Print-Medien kommuniziert wird, Fernseh- oder Radioübertragungen, Videokonferenzen und DVDs, und selbstständige Lernprogramme aus, die das Internet nicht als explizites Lehrinstrument verstehen.

Ein medizinisches Vorsemester vermittelt das empfohlene wissenschaftliche und mathematische Wissen für eine Medizinstudium im Ausland. Studierende der medizinischen Vorsemester können anschließend aus einer Vielzahl von Spezialisierungen im Gesundheitswesen wählen, die zu einer jeweils anderen Medizinkarriere führen. Und diese Studiengänge können in einem Online-Medizinstudium absolviert werden – dank des Internets.

Studenten des Vorsemester Medizin können sich an einer Online-Medizinschule einschreiben, die Unterrichtseinheiten, Hausaufgaben und Prüfungen von jedem Ort auf der Welt zugänglich macht – es bedarf lediglich einer Internetverbindung. Diese Flexibilität macht eine Medizinkarriere jetzt auch für all die erreichbar, die zuvor aufgrund von persönlichen, familiären, beruflichen, geographischen oder anderweitigen Einschränkungen ausgeschlossen waren. Etliche Medizinkurse und medizinische Programme gehen online. Bestimmte Abschnitte von Unterrichtseinheiten, wie beispielsweise in kardiovaskulärer Physiologie und Endokrinologie können online interaktiver umgesetzt werden als zuvor.

In einem britischen Online-Medizinstudium bringt ein Tutorial für Endokrinologie und Frauengesundheit, Teil des Kurses ‘Menschliche Gesundheit und Krankheit’, Studierende aus der Pathologie, Endokrinologie, der Geburtshilfe und der Gynäkologie zusammen. Vor dem Unterricht sehen sich die Studierenden online aufgezeichnete Unterrichtseinheiten an.

Ein großer Vorteil des Online-Lernens ist, dass Studierende, die einem bestimmten Aspekt nicht folgen können, die Möglichkeit haben zu pausieren, die Sequenz nochmals abzuspielen, oder jemanden für mehr Information zu konsultieren. Mit der Online-Plattform können Studierende sich im Klassenformat, aber auch mit Patienten persönlich oder über Videos treffen, diskutieren, in Gruppen zusammenarbeiten und in Praxis umsetzen, was sie zuvor theoretisch erlernt haben.

Obwohl das traditionelle Lehrformat mit dem gewohnten Vor-Ort-Lernen am Campus weiterbesteht wird vielfach beklagt, dass das System nicht ausreichend ausgebildetes medizinisches Personal hervorbringt. Da Tage nicht länger gemacht werden können als sie sind, ist die Alternative, um den steigenden Umfang an medizinischem Wissen adäquat zu vermitteln, die Lernzeit der Studierenden besser zu nutzen. Dieser Artikel vertritt die Auffassung, dass medizinische Ausbildung verbessert werden kann ohne die Zeitspanne bis zu einem Medizinabschluss zu verlängern. Hierfür müssen Unterrichtseinheiten verständlicher und einprägsamer konzipiert werden und an Vorgaben für selbstbestimmtes Lernen orientiert werden. Inhalte, die beispielsweise auf ungewöhnliche Art und Weise verpackt und formuliert werden, bleiben besser im Gedächtnis.

Ein Kurs in Biochemie an der Stanford Medizinschule wurde nach diesem Modell umformuliert: Anstatt Frontalunterrichts wurden Online-Kurse bereitgestellt. In der Präsenzphase konnte die gewonnene Zeit dann für interaktive Diskussionen genutzt werden. Der Anteil der teilnehmenden Studierenden schoss von 25%  auf 85% – obwohl keine Anwesenheitspflicht bestand.

Es wird deutlich, dass Online-Unterricht effektiv und anpassbar ist. Ein weiteres Beispiel ist in einer Computerwissenschaftlichen Fakultät zu finden, die für mehrere Kurse 15- bis 20-minütige Quiz-Videoeinheiten eingeführt hat, um Studierende besser einzubinden und ihr Verständnis zu testen. Die Professoren nutzen die Zeit in der Klasse dann für Praxisübungen und die Zahl der anwesenden Studierenden ist substantiell gestiegen. Drei außerschulische, kostenlos angebotene computerwissenschaftliche Online-Kurse sind von mehr als 400.000 Registrierten aus der ganzen Welt angesehen worden. Eine Studie des Bildungsministeriums kam zu dem Schluss, dass ‘Studierende, die im online Format gelernt haben, durchschnittlich bessere Ergebnisse erzielen, als diejenigen mit Frontalunterricht.’ Die besten Ergebnisse wurden erzielt, wenn beide Lehr- und Lern-formen kombiniert wurden.

Es gibt keinen Zweifel, dass Online-Lernen sowohl studentisches Engagement als auch die Erinnerungsfähigkeit unterstützt. Studierende der Medizin, die wesentliches Material wie beispielsweise Biochemie erlernen, in dem sie kurze Videos so oft ansehen, wie sie es jeweils benötigen, um den Stoff zu verstehen, werden den relevanten Test sicher bestehen. Und all das ist möglich in der gewohnten Umgebung der Studierenden. In den Präsenzzeiten wird dann jedes theoretisch noch so trockene Fach dank Diskussionen und gegenseitigem Informationsaustausch zum Leben erweckt.

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